Ist das noch Fastfood?!

Klaus-Michael Borisch, 09.10.2012

'Ist das noch Fastfood?' fragt eine nicht unbekannte in leuchtend rot-weiß gefärbte Systemgastronomie-Kette mit dem zum Colonel ehrenhalber ernannten Firmengründer ihre Gäste. Nun, auch ich muss zugeben, Fastfood ist das wirklich nicht. Zumindest, wenn man den Standort in Hanau 'genießen' darf.

Doch vorneweg: Ich oute mich. Nämlich als Kartoffelbrei-Liebhaber, der nicht nur weiß, wie man ihn selber zubereitet, sondern ihn auch sehr gern bei besagter Fastfood-Kette in fertiger Form erwirbt. Mit Gravy, in diesem Falle also einer Hähnchensoße. Und das zu allem Überfluss in allen möglichen Standorten. Bundes- und weltweit. 

Doch kommen wir zur eingangs erwähnten Fastfood-Frage zurück. In Hanau erwartet den Gast kein Fastfood, sondern, je nach Tag, Uhrzeit, Laune und insbesondere den diensthabenden Duty-Manager/innen eine breite Auswahl, die von betonartigen Kunstwerken, Pampe bis hin zu wirklich gutem Kartoffelbrei oder von Kleister über Schmiere bis hin zu guter Soße reicht. Alles bietet das besondere Hanauer Programm - nur kein Fastfood.

'Wir machen alles ganz nach Vorschrift' ist eine der Standardantworten auf vorgebrachte Kritik. So lernt der Gast, dass alle anderen Betriebe der Kette etwas Grundsätzliches falsch machen. Denn da hat der Brei eine gewisse Fluffigkeit und der Konsistenz der Soße ist als Adjektiv eher ein 'flüssig' anstatt eines 'kleisterartig' zuzuordnen. Beliebt ist auch 'Alles ist frisch gemacht'. Dem kann auch ich zustimmen. Nur: Wenn das ungeübte Küchenpersonal die Zubereitungsanweisungen nicht beachtet, dann gibts beim Kunden ein kombiniertes Geschmacks- und Genuss-Problem. Oder aber dieser trägt sich mit dem Gedanken, ein Haus zu bauen. Dann erscheint das servierte Hanauer Nicht-Fastfood häufig wirklich als Baustoff geeignet - nur sollte man es dann auch als solchen kennzeichnen und verkaufen.

Service und Qualität in der Gastronomie muss man erwarten (können). Und die Systemgastronomie lebt davon, dass sie überall die gleichen hochwertigen Produkte in vorgeschriebener Zubereitungsart feilhält. Was dem Kunden in Hanau übrigbleibt, ist ein Griff in die Vergangenheit der TV-Unterhaltung. Da passt es dann zu sagen 'Kentucky schreit ...'

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